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Sahra Mirow, Landessprecherin

Familien nicht für Finanzkrise beim ÖPNV zahlen lassen

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen wurden in Baden-Württemberg die Schulen geschlossen. Der grüne Verkehrsminister Hermann hat jüngst dazu aufgerufen, die monatlichen Ticketabonnements für die Schülerinnen und Schüler dennoch weiter bezahlen zu lassen.

 Dazu Sahra Mirow, Landessprecherin DIE LINKE Baden-Württemberg:

"Man kann nur den Kopf schütteln. Ausgerechnet in Zeiten von Kurzarbeitergeld ruft Hermann dazu auf, die Schüler*innentickets nicht zu kündigen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns treffen insbesondere Familien und Menschen mit geringen Einkommen. Anstatt diese also um freiwillige Selbstbelastung zu bitten wird es endlich Zeit, Schüler*innentickets kostenfrei zu stellen. In Bayern und Rheinland-Pfalz ist dies längst gängige Praxis, warum also nicht im reichen Baden-Württemberg? Die Kostenübernahme durch das Land würde zudem die kleineren Busunternehmen, die ja, wie von Hermann richtig angemerkt, gerade ums Überleben kämpfen, auch tatsächlich stützen.

Das Schulgeld wurde einst mit gutem Grund abgeschafft, alle Kinder sollten gleichermaßen Zugang zu Bildung haben. Schüler*innentickets, Zuzahlungen für Lernmittel und Mensakosten sind nichts Anderes als indirekte Schulgelder und gehören endlich abgeschafft. Eine Landesregierung mit sozialpolitischem Anspruch würde die jetzige Situation als Ausgangspunkt für die Entlastung von Familien erkennen und auch umsetzen."