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Bernd Riexinger

Realistische, strenge Abgastests statt unausgegorene Vorschläge!

Bernd Riexinger: „Landesregierung offenbart sachlichen Unverstand"

Bernd Riexinger, Parteivorsitzender der LINKEN und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl, kritisiert die Debatte innerhalb der Landesregierung von Baden-Württemberg zum Thema „unangekündigte Schadstofftest in der Automobilindustrie" und fordert realistische und strenge Abgastest wie in den USA.

Zur Debatte der grün-roten Landesregierung siehe auch Süddeutsche Zeitung: www.sueddeutsche.de/politik/gruene-klimakiller-1.2677689

„Die grün-rote Landesregierung führt gerade vor, wie wenig sie von der Materie der Abgaszertifizierung versteht", sagt Bernd Riexinger. „Was wir in der EU wirklich brauchen, sind realistische und strenge Abgastests wie in den USA, die dazu führen, dass die Autos so getestet werden, wie sie nachher auf der Straße auch fahren. Nur so gelingt es, die tatsächlich ausgestoßenen Schadstoffe zu reduzieren. Die laschen Abgastests der EU sind ein schlechter Witz, verglichen mit der täglichen Fahrpraxis. Es kann doch nicht sein, dass Autos nur auf dem Papier umweltfreundlicher werden, tagtäglich aber unsere Gesundheit gefährden. Realistische Abgastests müssen übrigens sowohl für Dieselfahrzeuge wie auch für Benziner gelten, denn auch Benziner produzieren Stickoxide und Feinstaub in großen Mengen."

Neben realistischen, strengen Abgastests wie in den USA fordert DIE LINKE von der Bundesregierung Vorgaben, die dazu führen, dass Fahrzeuge deutlich leichter statt immer schwerer werden. Das in den letzten Jahren stark zunehmende Fahrzeuggewicht ist einer der Hauptgründe für höheren Verbrauch und damit mehr schädliche Abgase.

Das, was die EU-Kommission seit Jahren unter dem Schlagwort ‚real drive emissions' diskutiert, bezeichnet DIE LINKE als den richtigen Weg. Die Politik muss dies jetzt endlich umsetzen, statt die Pläne jahrelange mit der Autoindustrie ergebnislos zu diskutieren.

Bernd Riexinger: „Diskussionen mit der Autoindustrie werden nicht zu sauberer Luft führen, egal ob Ministerpräsident Kretschmann oder die EU-Kommission mit der Auto-Lobby reden – da helfen nur harte politische Vorgaben. Den technischen Sachverstand dazu haben wir hier in Baden-Württemberg, auch wenn er in der grün-roten Landesregierung offensichtlich wenig ausgeprägt ist."

Hintergrund:

real drive emissions: Das Fahrzeug wird auf dem Rollenprüfstand in einem realistischen Zertifizierungszyklus gemessen. In allen anderen Fahrsituationen dürfen Emissionen, gemessen in g/h, höchstens um einen Faktor x höher sein als in diesem realistischen Zertifizierungszyklus. Doch seit Jahren streitet die EU-Kommission mit der Autoindustrie um den Faktor x. Technisch sehr aufwändig wäre x=1, realistisch und sinnvoll wäre x=1,5, die Autoindustrie hätte gerne x=2.

Es gibt genügend technische Möglichkeiten, den Schadstoffausstoß wirksam zu kontrollieren, sodass im Ergebnis tatsächlich weniger Schadstoffbelastung entsteht. Dazu ist der Rollenprüfstand mit realistischen Fahrprofilen (USA, streng: US06-Zyklus; EU, unrealistisch: FTP75-Zyklus) und von den Behörden ermittelten Parametern (sogenannte Ausrollkurven) das beste Instrument, denn hier kann der Abgastest reproduzierbar durchgeführt werden.